Definition

Bei kolloidalem Silber (Elementzeichen: Ag) handelt es sich um ultrafeine Partikel elementaren Silbers (Nanosilber) oder auch schwerlöslicher Silberverbindungen bzw. deren flüssige Dispersionen. Für letztere werden synonym die Begriffe Silbersolund Silberwasser benutzt. Silberkolloiddispersionen bzw. Silbersole sind von Lösungen löslicher Silbersalze zu unterscheiden. Die Kolloidteilchen sind zwischen 1 und 100 nm groß und weder mit dem Auge noch mit einemLichtmikroskop erkennbar. In den einzelnen Teilchen sind etwa 1.000 bis 1 Milliarde Silberatome oder Moleküle der entsprechenden Silberverbindung enthalten. (Wikipedia)

Wirkung

Silberpartikelchen wirken, wie die Partikel eines jeden Schwermetalls, antimikrobiell (gegen Mikroorganismen). Es gibt drei bekannte Wirkungsweisen von Silberpartikel, beziehungsweise den Silberionen (positiv geladene Silberteilchen). Sie zerstören zum einen, zumindest im Reagenzglas, Zellen durch eine chemische nicht umkehrbare Reaktion zwischen Silberionen und schwefel- und phosphorhaltigen Aminosäuren und Proteinen, die sich im Zellinneren der Mikroorganismen befinden. Zum anderen interagieren die Silberionen mit den Zellmembranen (Zellwand) der Mikroorganismen und hindert sie so am Wachstum. Desweiteren blockieren die Silberionen andere Wachstumsprozesse der Erreger. Entgegen den Angaben mancher Hersteller ist ein Schwermetall wie Silber (Ag), Gold (Au), Quecksilber (Hg) oder Kupfer (Cu), jedoch nicht in der Lage, zwischen guten und schlechten Zellen zu unterscheiden. Was bedeutet, dass all die oben genannten Wirkungsweisen auch auf körpereigene Zellen wirken können. Invitroversuche spiegeln natürlich nicht das natürliche und vor allem individuelle Hautmilleu eines jeden Menschen wieder. Aber besonders von Diesem, ist die Wirkung von kolloidalem Silber, im Bezug auf die antimikrobielle Wirkung abhängig. Von daher kann man die Wirkung also nicht 1:1 von den Invitroreaktionen auf die tatsächliche Reaktion der Haut übertragen. Es wirkt also nicht bei jedem Menschen gleich.

Anwendung

Medizinisch wird Silber hauptsächlich in Verbandsstoffen genutzt. Hier wurden gute Ergebnisse bei Wundinfektionen oder Superinfektionen erzielt. Die Verbände dürfen jedoch nicht länger als zwei Wochen eingesetzt werden. Bisher konnte noch keine Wirkung bei innerlicher Anwendung nachgewiesen werden. Um genau zu sein, weiß man nicht, ob und wenn ja wie, kolloidales Silber bei innerer Anwendung wirkt.  Silberhaltige Verbandsmaterialien enthalten zwischen 70 und 80 % elementares Silber, und fallen somit unter das Arzneimittelgesetz. Es darf also nur in Apotheken verkauft werden. Der Gebrauch von Silber in Nahrungsmitteln ist in der EU verboten. Silber, welches sich in Kosmetika befindet, muss vom Hersteller Kennzeichnet werden und dessen Unbedenklichkeit nachgewiesen werden können. Solche Tests werden in der Regel durch Tierversuche vorgenommen.

Silberprodukte zum einnehmen, die hauptsächlich über das Internet vertrieben werden sind nur in hoher Verdünnungen erlaubt (50 mg/L [ppm] Silber / 200 ml Wasser). Höhere Dosierungen verstoßen gegen das Arztneimittelgesetz und werden geahndet.

Nebenwirkungen

Kolloidales Silber hat bei langzeitiger und übemäßiger Nutzung, ein extrem hohes Allergiepotential mit schwersten allergischen Reaktionen bis hin zur Anaphylaxie (extremer Kreislaufkollaps durch allergische Reaktion). Wir wissen nicht was der Körper mit dem Silber macht, aus diesem Grund allein schon wurde der Hype von Silberhaltigen Verbandstoffen ausgebremst. Hinzu kommt, dass durch den übermäßigen Gebrauch, mittlerweile Resistenzen entstanden sind und somit eine Waffe weniger gegen antibiotikaresistente Keime verfügbar ist. In der Wundversorgung können als Nachteil die Verfärbung des Wundgrundes (Oxidation) und die Zelltoxizität (Vergiftung der Zellen) hinzu kommen. Durch die Verfärbung ist zum Beispiel keine ausreichende Begutachtung der Wunde mehr möglich. Über einen längeren Zeitraum innerlich angewendet, kommt es zu Ablagerungen des Silbers in Organen, unter anderem auch im Gehirn, was von Übelkeit und Erbrechen bis hin zu Krampfanfällen führen kann. Die Ablagerungen sind irreversiebel. Es kann zur Schädigung der Augen und somit der Sehkraft kommen. Einige Untersuchungen belegen, dass Silber sogar die DNA und somit das Erbmaterial schädigt.

Blauer Mann kolloidales Silber

Blauer Mann durch kolloidales Silber

Der Schlumpfmann

Die wohl auffälligste Wikrung kann man an dem im Jahre 2013 verstobenen Paul Karason erkennen. Er erlangte kurz vor seinem Tod, durch die Blauverfärbung der Haut, einige Berühmtheit. Auch bei uns in Detuschland wurde über den amerikanischen „Blue Man“ berichtet. Die Verfärbung kam durch das tägliche trinken von kolloidalem Silber zustande. Man kann eindeutig die Ablagerung des Silbers in der Haut erkennen, welche sie blau erscheinen lässt. Er trank das Mittel, um seiner Hautprobleme Herr zu werden. Die Krankheit (Blaufärbung durch Silbereinlagerungen in der Haut) an welcher Paul litt, nennt sich Agyrie.

Silberwasser und kosmetische Silberprodukte

Silberwasser und kosmetische Silberprodukte bewirken nichts, außer die Förderung von Resistenzen. Die Konzentration der Silberpartikel sind in diesem Mitteln zu gering um irgend eine antibakterielle Wirkung zu aufweisen zu können. Von daher raten wir vom Kauf solcher Produkte ab. Meist sind diese ohnehin überteuert und geben Versprechen, welche nicht im Geringsten gehalten werden können. Zudem wurde in einigen Studien bewiesen, dass die topsiche (auf der Haut) verwendung von Silber keinen besonderen Nutzen oder ein nennenswerte Wirkung hat.

Unser Tipp

Man sollte Silberprodukte, wenn überhaupt, nur sporadisch außerlich (bei Wunden) anwenden und auch nur dann, wenn es tatsächlich Sinn macht (Beispielsweise bei MRSA-Infektionen). Von der innerlichen Nutzung raten wir generell ab. Vor allem dann, wenn es sich um selbsthergestelltes kolloidales Silber handelt, dessen Konzentration man unserer Ansicht nach nicht kontrollieren kann. Es gibt reichhaltige antimikrobielle Waschlotionen, deren Wirkungsweisen ausreichend bekannt sind und welche man ersatzweise (auch topisch) bedenkenlos am ganzen Körper anwenden kann. Zudem gibt es natürliche Alternativen wie Kokusöl oder Essigwasser, welche ebenfalls antimikrobiell wirken. Überdies findet man auch ausreichende Verbandmittel, welche physikalisch antimikrobiell wirken, ohne Silber zu enthalten, indem diese die Keime nach dem Prinzip der hydrophoben Wechselwirkung, ohne die Verwendung chemischer Substanzenan an den Verbandsträger binden.