Ein schweres Thema für Betroffene

Immer noch für viele Betroffene ein schweres Thema: das Finden von Wundexperten mit ausreichenden Kenntnissen auf diesem Gebiet. Größtes Problem meiner Ansicht nach ist, dass diese Art Wunden oft wie chronische Wunden versorgt werden -also mit Hydroverbänden u.ä.
 
Die korrekte Wundversorgung einer postoperativen Hidradenitis suppurativa / Acne inversa Wunde sieht allerdings Fettverbände vor. Anders als chronische Wunden Exsudieren Ai-Wunden ausreichend, weshalb keine zusätzliche Feuchtigkeit benötigt wird. Oft führt dies zur Mazeration des Wundrandes und den möglichen entsprechenden Folgeproblemen.

 

Gute Salbe für die Wunden

Gute Salbe für Acne inversa Wunden

Salbe für Hidradenitis suppurativa / Acne inversa Wundbehandlung

Vormals war man gut mit einer Salbe namens Ungoentolan beholfen, welche als Basis Vaseline aufwies, welches mit Lebertran und Retinol versetzt wurde. Zudem bot die Salbe einen guten Vanilleartigen Geruch, was auch üble Wundgerüche überdeckte. Nun, die Salbe ist leider außer Handel. Alternativ kann man auch Lebertransalbe 20% von Lichtenstein nutzen. Allerdings ist diese häufig vergriffen und wird wohl auch bald aus dem Handel genommen.

Bleibt noch die traditionelle weiße Vaseline ohne Zusätze. Diese bekommt man in der Apotheke für rund 10,00 €/Kg. Je nach Größe der Wunde wird man auch so viel benötigen. Dabei wird die Vaseline schlicht vollflächig dünn auf unsterile Vlieskompressen gestrichen und direkt auf die Wunde aufgelegt. Die ersten Tage nach der OP wird man -wegen der Menge des Exsudats- noch Saugkompressen oben auflegen müssen. Danach reicht allerdings die Vlieskompresse mit einer normalen, Patientenverträglichen Wundfixierung.

Austrocknung verhindern

Unter allen Umständen sollte man das Austrocknen der Wunde verhindern. Was wohl unter anderem auch der Hintergrund dazu ist, dass sich auch Fachkräfte dazu verleiten lassen Hydrogele- und Verbände zu nutzen, welche zusätzliche Feuchtigkeit in die Wunde bringen. Wie aber oben bereits Erwähnt, ist dies gar nicht vonnöten. Der Fettverband verhindert die Austrocknung ausreichend und hält die Wunde und die Wundränder zudem geschmeidig.

Tipps für die Fachkraft

Natürlich kann es in Ausnahmefällen auch Sinnvoll sein, Alginate oder Hydrogele und Dergleichen einzusetzen. Dies ist allerdings im Vorfeld immer mit einem Fachkundigen Arzt abzuklären.

Ausduschen der Wunde vor jedem Verbandwechsel

Ausduschen von Hidradenitis suppurativa / Acne inversa Wunden

Ausduschen von Hidradenitis suppurativa / Acne inversa Wunden

Ein umstrittenes Thema ist immer noch das Ausduschen der Wunde vor dem Verbandwechsel. Kontrastimmen sagen, dass durch das Ausduschen unnötig Keime in die Wunde gelangen und so Entzündungen Vorschub geleistet werden könnte und es weiter keinen positiven Effekt auf die Wundheilung nähme. Nun dies ist nicht ganz korrekt. Denn zum einen gibt es Duschfilter, welche Keime aus dem Leitungswasser filtern können. Zum anderen sind Hidradenitis suppurativa / Acne inversa bedingte Wunde ohnehin von Hause aus keimbelastet. Zudem ist das Wasser in Deutschland eines der best kontrolliertesten Lebensmittel, das bestimmte Standards erfüllen muss.

Und natürlich hat das Ausduschen auch positive Nebeneffekte denn es:

  • spült Keime aus der Wunde
  • löst sanft Verklebungen und Beläge
  • massiert die Wundfläche
  • erweitert die Blutgefäße und ermöglicht so die bessere Zuführung von körpereigenen Heilstoffen
  • schafft Erleichterung bei Juckreiz

Somit ist das Ausduschen von Acne inversa Wunden durchaus sinnvoll und wird auch in den meisten Hidradenitis suppurativa / Acne inversa Fachkliniken empfohlen.

Tipps für die Fachkraft

Das Ausduschen immer nur im Beisein der Fachkraft. Zum einen zur Kontrolle der korrekten Durchführung, zum anderen zur Unterstützung.

Vor dem Ausduschen die Wunde examinieren und auf Beläge, Verfärbungen, Gerüche und sonstige Veränderungen prüfen.

Unmittelbar nach dem Ausduschen, bis zum eigentlichen neuen Verband sollte ein feuchtes Tuch aufgelegt werden um Austrocknung zu verhindern. Sollte die Wunde binnen einer Minute ab Duschen verbunden werden, kann darauf verzichtet werden.

Wunddehnung bei postoperativen Hidradenitis suppurativa / Acne inversa Wunden

Auch ein umstrittenes, bzw. auch recht unbekanntes Thema in der Wundversorgung.  Sekundär heilende Wunden können und sollte gedehnt werden. Dies sorgt dafür, dass die Wundränder weich bleiben. Verklebungen auch in der Tiefe gelöst werden können und dass die Wunde weniger zu Verwachsungen neigt.

Wie man eine korrekte Wunddehnung durchführt kann man diesem Video entnehmen.