Immer mehr Biologica drängen auf den Markt. Hier http://wb.md/1lfwpBh verspricht das Medikament Kineret (Anakinra), ein Interleukin-1-Blocker, eine Verbesserung der Acne inversa Symptomatik. Kineret wurde zur Behandlung von Rheuma entwickelt.

Interleukin-1 spielt bei den rheumatischen Entzündungen eine Wichtige Rolle. Es wird z.B. bei rheumatoider Artritis im Übermaß gebildet uns setzt sich vor allem in den Gelenken ab. Ähnliche Prozesse kennen wir auch bei Acne inversa durch das TNF-alpha. Hier gibt es in der Haut permanente Entzündungshotspots (auch wenn keine Abszesse oder ein Schub vorhanden sind) die auf den Tumornekrosefaktor-alpha zurück zuführen sind.

Bei der oben genannten Studie, wurden 20 Patienten, täglich mit 100 mg Anakinra oder einem Placebo, über einen Zeitraum von 12 Wochen mit einem 12 Wochen Follow-up behandelt.

Zur Auswertung wurden folgende Messungen vorgenommen:

67% (Sechs von Neun) der Anakinra Gruppe wiesen hiernach, verglichen mit 20% (Zwei aus Zehn) der Placebogruppe, nach der Behandlung, einen niedrigeren Disease Activity Score auf. Ein positiver Hidradenitis Suppurativa Clinical Response Score war bei 78% (Sieben von Neun), welche mit Anakinra und 30% aus der Placebogruppe in der 12. Woche zu verzeichnen. In der 24. Woche hatten 33% der Placebogruppe und 10% der Anakinragruppe einen positiven Hidradenitis Suppurativa Clinical Response score. Bei den Anakinra Patienten wurde zudem eine längere schubfreie zeit ausgemacht.

 

Fazit

Kineret ist ein Biologika, welches natürlich alle Gefahren und Nebenwirkungen jedes Immunsuppressivum aufweist. Alleine die Tatsache, dass es statt auf TNF-alpha, auf Interleukin-1 wirkt, macht wohl eher keinen großen Unterschied. Was allerdings sehr auffällig und verblüffend ist, sind die Auswirkungen der Placebogruppe. Nach 12 Wochen, wiesen 30% der Placebopatienten verbesserte Werte auf. Diese hatten lediglich geglaubt ein wirksames Medikament zu bekommen. Für mich spricht das eindeutig für die Wichtigkeit der Psyche. Eine gut gepflegte Psychohygiene scheint wohl an großer Schlüsselfaktor bei unserer Erkrankung zu sein. Diese Erkenntnis wiegt in meinen Augen viel mehr, als die Erkenntnis über Biologika.