Wie man hier auf unseren Seiten mehrfach lesen kann, sind Waschungen mit antimikrobiellen und /oder pH-neutralisierenden Waschlotionen bei Acne inversa /- conglobata sinnvoll. Diese kann man von verschiedenen Herstellern beziehen. Doch, es tauchen immer mal wieder Fragen dazu auf, wie denn nun richtig zu verfahren sei.

Wir wollen versuchen, etwas mehr Licht ins Dunkel zu bringen. Zunächst muss man wissen, was diese Waschlotionen überhaupt machen und wie sie wirken. Im Grunde handelt es sich dabei um ein Mittel, dass das Wachstum von Mikrooganismen (Bakterien) hemmt und zusätzlich eine pH-neutralisierende Wirkung aufweisen kann. Sie dienen in erster Linie dazu, die Haut von Bakterien und Krankheitserregern zu befreien.

 

Die Haut und ihre Besiedler

Die Haut eines gesunden Menschen weißt eine Vielzahl von Bakterien auf. Viele davon sind harmlos und zum Teil sogar notwendig für die Haut. Andere wiederum, wie zum Beispiel der Staphilococcus aureus, der auf bis zu 30% aller Menschen nachgewiesen werden kann, sind schädlich. Diese müssen aber nicht immer sofort und zwangsläufig Krankheiten auslösen, sondern sind einfach nur vorhanden und warten so zu sagen auf ihre Gelegenheit. Bei Acne inversa /-conglobata Patienten ist die Wahrscheinlichkeit auf S.aureus recht hoch, da dieser Keim auch als Auslöser für viele Abszesse und Fisteln gilt.

Die antimikrobiellen Waschlotionen sorgen wiederum dafür, diese Keime und Bakterien von der Haut zum Teil zu entfernen. Allerdings muss man wissen, dass die Waschlotion hier Unterschiede zwischen Guten und Bösen macht. Sie entfernt zumeist alle oder zumindest viele der Bakterien. Hier kommt es immer auf das individuelle Wirksprektrum des Mittels an. In den allermeisten Fällen ist die Anwendung dieser Mittel vollkommen Problemlos und wird sogar von führenden Ärzten empfohlen, da diese auch den richtigen Säuremantel der Haut erhalten. Man sollte lediglich darauf achten, dass die Waschlotion auch gegen S.aureus wirkt.

 

Warum überhaupt antimikrobielle Waschungen?

Nun, das hat gleich mehrere Gründe. Zum Einen entstehen auf den Hautstellen in welchen sich eiternde Abszesse und Fisteln befinden viele Keime die aus den Wunden mit auf die Hautoberfläche gebracht werden. Das ist natürlich idealer Nährboden für weitere Krankheitserreger. Diese gilt es schlicht zu beseitigen. Zum Anderen provozieren wir durch die so genannte Schmierinfektion, dass Erreger auf andere Hautstellen gelangen und dort ihr übles Werk verrichten können. Auch dies gilt es zu verhindern. Die Lösung dazu ist klar: Die Keime beseitigen die sich an diesen Stellen befinden.

 

Wie wende ich die Waschlotion an?

Es kommt immer auf den Hersteller und das Produkt an. Von daher raten wir zunächst, wie bei allen Mittelchen und Arzneien: Gebrauchsanleitungen und eventuelle Beipackzettel zu lesen. In der Regel jedoch duscht man mit der Waschlotion. Man kann diese am kompletten Körper verwenden, auch in den Haaren, was für die Acne conglobata Patienten wichtig ist. Man nutzt sie eigentlich wie ein Duschgel. Allerdings darf man sie nicht sofort wieder abspülen, sondern sollte eine Einwirkzeit (Hinweise auf der Produktverpackung) einhalten. In den meisten Fällen sollten drei Minuten vollkommen ausreichend sein (Herstellerangaben reichen von 30 Sekunden bis 3 Minuten), damit das Mittel seine volle Wirkung entfalten kann. Denn unterschiedliche Bakterien haben auch unterschiedliche Lebensdauern unter antimikrobiellen Einflüssen. Es kommt hier auch auf die Anzahl der Keime einer Gattung an. Je mehr vorhanden sind, desto länger benötigt das Mittel um alle zu beseitigen.

 

Nach drei Minuten also (oder den Herstellerangaben entsprechend), wäscht man die Lotion ganz normal von der Haut, da diese Zeit ausreicht um das Meiste zu beseitigen was wir nicht auf unserer Haut haben wollen. Mit Abwaschen der Lotion, stoppt deren Wirkung vollkommen und sofort. Was jetzt geschieht ist vollkommen normal und nicht zu vermeiden. Die Haut wird unmittelbar wieder von neuen Keimen besiedelt. Denn unsere Luft und unser Wasser (auch wenn das Deutsche Wasser weltweit das qualitativ Beste und Keimärmste ist) enthalten Keime en Mass. Aber damit kann unser Körper in der Regel umgehen. Denn das sind Keime die unser Körper kennt, da er diesen ständig ausgesetzt ist und bereits Resistenzen entwickelt hat. Also kein Grund zur Sorge.

 

Kann ich nach dem Waschen mit antimikrobiellen Waschlotionen, normales Duschgel nutzen?

Grundsätzlich spricht nichts dagegen. Denn die Wirkung der Waschlotion stoppt sofort nach dem Abspülen, wie uns eine Herstellerfirma versicherte. Das bedeutet, es können keine Wechselwirkungen auftreten oder die Wirkung der Lotion beeinträchtigen. Was allerdings passieren kann und was wir als kontraproduktiv ansehen ist, dass man mit aufbringen des Duschgels, die pH-Neutralitätswirkung der Waschlotion wieder aufheben kann. Zudem bringt man mit Duschgels oft gewisse Mengen an Chemikalien auf die Haut die nicht immer gut sein müssen, da unsere Haut ohnehin schon geschädigt ist. Dennoch, solange man keine negativen Reaktionen der Haut auf das verwenden von Duschgels nach der Anwendung von antimikrobiellen Waschlotionen bemerkt und solange sich eine Besserung oder zumindest keine Verschlechterung der Krankheitssymptome zeigen, spricht überhaupt nichts gegen die Verwendung von Duschgels. Hier könnte man zum Beispiel auch auf pH-Neutrale Duschgele oder Seifen zurück greifen.

 

Wie lange sollte man die Waschlotionen anwenden?

Im klinischen Versuch des Universitätsklinikum Aachen zufolge wurde bei octenisan® Waschlotion eine ausgezeichnete MRSAEradikationsrate von ca. 80 % ermittelt. Über einen Zeitraum von 26 Monaten (Januar 2003 – März 2005) wurde bei allen MRSA-positiven Patienten der MRSA-Hautstatus im Nasenvorhof, an der Stirn, in der Achselhöhle, in der Leistengegend, in Wunden und im Rachenraum ermittelt. Die in der Studie eingeschlossenen Patienten wurden für fünf Tage täglich mit octenisan® Waschlotion gewaschen (inklusive Haare). Der Sanierungserfolg wurde nach einem festgelegtem Procedere durch erneute Hautabstriche überprüft. Kleinere Wunden wurden mit octenisept® behandelt.

Insgesamt wurden bei 105 Patienten von 318 (= 33 %) im Hautscreening MRSA nachgewiesen. Von diesen 105 Patienten konnten bei 45 Patienten (= 43 %) die Maßnahmen gemäß Studienprotokoll durchgeführt werden. Insgesamt konnte bei 35 von 45 Patienten (= 78 %) über einen Beobachtungszeitraum von 14 Tagen MRSA anhaltend eradiziert werden.

Unseren Recherchen zufolge gibt es keine zeitliche Begrenzung zur Anwendung dieser Waschlotionen. Wobei hier auch wieder gilt: stets die Herstellerhinweise beachten.

Fazit

Als Fazit kann man nun sagen, dass die antimikrobiellen Waschlotionen sinnvoll und hilfreich sind, es aber auch Einschränkungen zu beachten gilt. Wenn Sie die Waschlotion so anwenden wie der Hersteller diese empfiehlt, sollten in der Regel keine Probleme auftauchen. Wenn doch, einfach nicht mehr damit waschen und sich nach Alternativen umsehen oder den Arzt nach entsprechenden Alternativen fragen.