Unwissenheit, Scham und Frustration: Patienten mit der Diagnose Acne inversa beschreiten meist einen langen Leidensweg. Da die chronische Autoimmunkrankheit in weiten Teilen der Bevölkerung unbekannt ist, ist ein Dialog über Acne inversa und deren Symptome für Betroffene kaum möglich. Selbsthilfegruppen zum Austausch existieren in Deutschland nur wenige. Zur diesjährigen Acne inversa Awareness Week initiiert die Havelklinik in Berlin Spandau deshalb das erste Paten-Programm, das Patienten einen geschützten Raum für gegenseitigen Rat und Verständnis ermöglichen soll. Unter der Leitung von Dr. Sylke Schneider-Burrus, Chefärztin der Dermatochirurgie der Havelklinik, gemeinsam mit dem Psychotherapeuten Torsten Denter findet das erste Treffen am 01. Juni um 15 Uhr statt – Betroffene sind herzlich eingeladen!

Berlin, 25.05.2018. 12 Jahre dauert es durchschnittlich bis Patienten mit der Krankheit Acne inversa die richtige Diagnose erhalten. Die Autoimmunkrankheit, an der etwa ein Prozent der deutschen Bevölkerung leidet, wird selten bei den ersten Untersuchungen von Ärzten erkannt. Stattdessen werden die Symptome – chronische Entzündungen an sensiblen Stellen des Körpers wie den Achseln oder der Leistenregion – meist dem Verhalten der Patienten zugeschrieben. „Meine Patienten berichten mir oft von Unterstellungen wie etwa mangelnder Hygiene, die sie in den ersten Jahren der Krankheit von den behandelnden Ärzten erhalten haben. Doch damit beginnt erst der Teufelskreis: Statt einer medizinischen Erklärung für die wiederkehrenden Abszesse und Entzündungen zu suchen, denken die Patienten, die Schuld liege bei Ihnen selbst“, berichtet Dr. Sylke Schneider-Burrus, Chefärztin im Zentrum für Dermatochirurgie der Havelklinik in Berlin. Laut der Medizinerin ziehen sich die Betroffenen immer weiter aus dem sozialen Alltag zurück – aus Angst aufgrund der Krankheit entblößt oder blamiert zu werden. Psychotherapeut Torsten Denter erklärt: „Da die Unwissenheit in der Bevölkerung groß ist, haben Menschen mit der Diagnose Acne inversa kaum Möglichkeiten, offen über ihr Leiden und damit verbundene Einschränkungen im Leben zu sprechen. Sie grenzen sich quasi selbst aus, verzichten auf für sie gefährliche Situationen wie einen Besuch im Schwimmbad. Gerade dieses Verhalten verschlimmert jedoch die psychische Belastung und kann bis zur schweren Depression führen.“

Erstes Acne inversa Patenprogramm als langfristiges Netzwerk für die Hauptstadt

Bislang gibt es in Deutschland gut ein Dutzend Selbsthilfegruppen für Betroffene – keine davon in der Hauptstadt. „Um sich im Alltag besser zurechtzufinden und mit der langjährigen Behandlung umzugehen, ist ein Austausch mit Gleichgesinnten, erfahrenen Patienten mit Acne inversa unschätzbar wertvoll“, so Denter. „Deshalb wollen wir im Patenprogramm langsam und langfristig ein Netzwerk aufbauen, das Betroffenen ähnlich einer Selbsthilfegruppe die Chance gibt, sich gegenseitig zu persönlichen Fragen zu beraten und zu unterstützten. Denn die bestmögliche Therapie durch uns Mediziner schafft noch nicht automatisch eine verständnisvolle und vertrauensvolle Unterstützung im alltäglichen Leben“, ergänzt Schneider-Burrus.
Bereits 15 Patienten, die schon länger mit der Diagnose Acne inversa leben und in Behandlung der Ärztin stehen, nahmen an einer Coaching-Veranstaltung mit dem Psychologen Denter teil. Im nächsten Schritt sollen unerfahrene Betroffene ihre Paten aus dieser Gruppe finden. Dafür veranstaltet die Havelklinik mit der Unterstützung von abbvie ein Kennenlernen am 01.06.2018 ab 15 Uhr Hotel Seehof Berlin. Torsten Denter wird durch den Nachmittag führen und den Austausch initiieren.

Titel: Patenprojekt für Acne inversa Betroffene Wo: Hotel Seehof Berlin, Lietzensee Ufer 11, 14057 Berlin Wann: 01. Juni um 15.00 Uhr Der Eintritt ist frei. Um eine vorherige Anmeldung bei Dr. Hans Lennartz [[email protected]] wird unbedingt gebeten. Die Plätze sind auf 15 Teilnehmer begrenzt.

Zur Havelklinik

Die Havelklinik ist Berlins chirurgische Spezialklinik, die sich seit mehr als 45 Jahren an der medizinischen Versorgung der Berliner und Brandenburger Bevölkerung beteiligt. Sie bietet ihren Patienten modernste medizinische Methoden und zeichnet sich durch ein familiäres Klima sowie eine enge Betreuung der Patienten aus. In insgesamt neun chirurgischen Fachbereichen sind unsere Mediziner aktiv. Zahlreiche, unabhängige Patientenbewertungen bestätigen die hervorragende ärztliche und pflegerische Betreuung sowie die Wohlfühlatmosphäre, die in der Havelklinik geboten wird. Auch auf dem unabhängigen Portal www.klinikbewertungen.de empfehlen über 93 Prozent die Havelklinik weiter.
Weitere Informationen finden Sie unter www.havelklinik.de