Wie es mit der Hidradenitis suppurativa / Acne inversa anfing

Ich leide seit Anfang 1996 an Hidradenitis suppurativa / Acne inversa. Begonnen hat es mit einem Steißbeinabszess, welches sich binnen kurzer Zeit zu einer Steißbeinfistel entwickelte. Meine Diagnose stellte ich zunächst mithilfe des Internets und einem damals existierende Hidradenitis suppurativa / Acne inversa Forum selbst. Diese wurde dann einige Jahre später “offiziell” von Ärzten bestätigt.

Damals war die Erkrankung auch unter Ärzten eher unbekannt. So wurde ich auf allerhand anderer Erkrankungen, unter anderem auf Diabetes Mellitus, Follikulitis untersucht. Dieses verliefen damals alle ohne Befund. Man tappte damals also total im Dunkeln. Offiziell ausgesprochen das ich an Hidradenitis suppurativa / Acne inversa leide hat das allerdings niemand. Das tat ich dann bei späteren Arztbesuchen. Als diese das dann bestätigten, hatte ich meine “offizielle” Diagnose.

So ist es im Alltag mit Hidradenitis suppurativa / Acne inversa

Hidradenitis suppurativa / Acne inversa meistern

Gesunde Ernährung bei Hidradenitis suppurativa / Acne inversa

Im Alltag spielt die Hidradenitis suppurativa / Acne inversa für mich eine eher untergeordnete Rolle. In aller Regel denke ich nicht groß daran. Es gab Zeiten in welchen das durchaus anders aussah. In Diesen wurde mein gesamter Alltag durch die Erkrankung bestimmt. Es fing morgens mit der Morgentoilette an, bei welcher ich eben nässende und siffende Stellen mit Verbänden, Kompressen und allerhand anderer Dinge versorgen musste. Im Laufe des Tages mussten diese des Öfteren gewechselt werden. Schmerzen, Selbstzweifel, Ekel und Ablehnung meiner Selbst, bis hin zu starken Depressionen waren die Folgen.

Irgendwann jedoch, ausgelöst durch eine unüberlegte beiläufige Bemerkung meiner damaligen Lebensgefährtin, wollte ich mein Gewicht reduzieren. Ich selbst fand dies mit 165 kg deutlich zu hoch. Also suchte ich nach Wegen schnell Gewicht zu verlieren. Allerdings wollte ich die Pfunde nicht nur radikal, sondern auch gesund purzeln lassen. Ich war mir sicher, dass es sich auch positiv auf die Hidradenitis suppurativa / Acne inversa auswirken würde.

So recherchierte ich zum Thema gesunde Ernährung. Las Blogs. Sah Youtube-Videos an. Kaufte und las Bücher zum Thema. Mein Ergebnis nach ca. 4 Wochen Nachforschung: die rein pflanzliche, High Carb Low Fat Ernährung. Alles deutete darauf hin, dass vor allem Lebensmittel tierischer Herkunft absolute Entzündungsförderer sind. Also verband ich diese, von heute auf morgen vollständig aus meiner Ernährung. Knapp 6 Monate später war ich 30 kg leichter, fitter, wacher und energiegeladener als je zuvor.

Seither treten Hidradenitis suppurativa / Acne inversa bedingte Abszesse nur noch in extremen Negativstreßsituationen auf, welche in der Regel aber auch schnell spontan abheilen. Ab und an muss ich noch mit ein paar Hausmittelchen nachhelfen. Im Großen und Ganzen kann man aber sagen, dass ich die Krankheit im Griff habe. Kein Vergleich zu damaligen Zeiten. Inzwischen bin ich sogar begeisterter Saunergänger. Auch dies trägt meiner Meinung nach dazu bei. Denn Saunieren tut nicht nur der Seele gut, sondern auch der Haut.

Vielleicht sollte ich auch erwähnen, dass ich zur damaligen Zeit auch das Rauchen aufgegeben habe. Alleine dies verschaffte mir schon eine große Erleichterung, denn bei mir ist Nikotin ein absoluter Triggerfaktor.

Ich denke also, die Kombination aus gesunder rein pflanzlicher Ernährung, Rauchstopp und Streßreduktion ist –zumindest für mich- der heilige Weg zum überwiegend Acne inversa freien Alltag an welchem ich nicht permanent daran erinnert werde an einer chronisch entzündlichen Hauterkrankung zu leiden.

Was mir Mut macht

In schwierigen Phasen bei der Hidradenitis suppurativa / Acne inversa hilft es mir, mich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Aber auch meine ehrenamtliche Arbeit in der Acne inversa Selbsthilfe gibt mir Kraft. Mir hilft es auf jeden Fall über die Krankheit zu reden. Ob nun mit anderen Betroffenen oder auch in der Öffentlichkeit um über diese Dermatose aufzuklären. Es macht mir Mut, dass ich in der Lage bin anderen, zumindest ein kleines Stück weit helfen zu können.

Zu wissen, dass ich nicht alleine dastehe und teils auch wildfremde Menschen äußerst hilfebereit zu mir und anderen sind. Erleben zu dürfen, wie aus solch zufälligen Begegnungen, auch Freundschaften oder gar Liebe entstehen kann. Zu wissen, dass ich selbst durch entsprechend Maßnahmen in der Lage bin, meiner Erkrankung zumindest teilweise Einhalt zu gebieten. Diese Dinge machen mir Mut mit meiner Hidradenitis suppurativa / Acne inversa umzugehen.